Liegt Flensburgs Wahrzeichen – der Salondampfer „Alexandra“ – bald für ewig an der Kette? Geht es nach Verkehrsminister Dobrindts neuen Sicherheitsrichtlinien für Traditionsschiffe, ist dies zumindest nicht ausgeschossen. Dazu darf es keinesfalls kommen! Die Bundestagsabgeordnete Sabine Sütterlin-Waack und der CDU-Landtagskandidat Arne Rüstemeier fordern daher die Rücknahme der Richtlinien durch den Bund. Gemeinsam haben sie das Thema bereits letzte Woche mit Frank Petry vom Historischer Hafen Flensburg gGmbH erörtert.

„Besonders problematisch sind die gesundheitlichen Anforderungen an die Seediensttauglichkeit für die sichere Mindestbesatzung“, führt der Hafenkapitän aus. „Die ´Alexandra` verfügt nur über maximal fünf Kapitäne mit Traditionsschifferschein, von denen drei nur gelegentlich zur Verfügung stehen. Hier wirken sich die Richtlinien existenzgefährdend für das Schiff aus, selbst wenn die gesundheitlichen Anforderungen nur auf die Mindestbesatzung aus Kapitän, stellvertretendem Kapitän und Maschinist angewandt werden. Deshalb müssen die Anforderungen eindeutig gesenkt werden.“

Und Rüstemeier ergänzt: „Der aktuelle Entwurf nimmt zu wenig Rücksicht auf die meist ehrenamtliche Betreuung von Traditionsschiffen. Die Besatzungen gelten in der Regel als erfahren, bestehen aber sehr häufig oder meist aus älterem Personal mit entsprechenden gesundheitlichen Einschränkungen. Dennoch verlangt man künftig von Ihnen Gesundheitstests und teure Erste-Hilfe-Nachweise.“

Der Bundestagsabgeordneten geht es aber auch um die Traditionsschifffahrt insgesamt. „Flensburg hat eine bunte Tradition an maritimen Veranstaltungen wie das ‚Dampf Rundum‘, die ‚Rum-Regatta‘ oder die ‚Nautics‘. Zigtausende Besucher erfreuen sich dabei an alten Traditionsseglern oder Dampfschiffen“, hat sie jetzt erneut an Dobrindts Staatssekretär Ferlemann geschrieben. „Ich bitte Sie um Antwort, worin bitte der von Ihnen zitierte ‚ausreichende Spielraum‘ für den Betrieb von Traditionsschiffen liegt, wenn diese mangels Personal nicht mehr betrieben werden können, weil ihre Seediensttauglichkeit beispielsweise wegen Bluthochdrucks nicht gegeben ist, oder weil schlicht das Geld fehlt für die Erste-Hilfe-Attests, oder um die erforderlichen Umbauten vorzunehmen?

Arne Rüstemeier:

Im Interesse Flensburgs aber auch der wohl weltgrößten Segelveranstaltung, der Kieler Woche, möchte ich Sie dringend bitten, die Richtlinien zurückzuziehen, damit die Möglichkeit zu geben, die genannten Änderungen einzuarbeiten, sowie in enger Zusammenarbeit mit den Verbänden GSHW und AGDM erneut zu beraten.“

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