Im Winter 2015 erreichte uns am Bahnhof in Flensburg eine Flüchtlingswelle von bisher nicht erlebtem Ausmaß. Die Flensburger Bürger reagierten mit 10000enden Stunden ehrenamtlicher Arbeit. Es wurde unter Anderem eine Kleiderkammer geschaffen, die auch heute noch Hilfebedürftigen offen steht. Die Uni Flensburg organisierte Deutschkurse, neue Unterkünfte für Flüchtlinge wurden überall in der Stadt geschaffen.  Der Vorplatz der Moschee ist Freitags gefüllt wie nie zuvor.

In der Stadtverwaltung wurde ein ganz neuer Fachbereich für Willkommenskultur geschaffen. Die Ausländerbehörde wurde personell aufgestockt und musste sich vollkommen neuen Herausforderungen wie z.B. der Organisation von Arztbesuchen für kranke und teils traumatisierte Flüchtlinge kümmern. Hilfe kam ebenfalls durch den neuen Verein der Flensburger Flüchtlingshilfe, welcher anlässlich der Flüchtlingswelle durch engagierte Flensburger gegründet wurde.

In zahlreichen Veranstaltungen und Kundgebungen wurde für ein buntes und offenes Flensburg geworben. Ein Brandanschlag in der Travestraße nährte die Angst vor rechten Gewalttaten, konnte diese aber nicht bestätigen.

Im Frühjahr 2016 wurde öffentlich, dass anlässlich der Sylverfeiern die Grenzen des Rechtsstaates teilweise massiv überschritten wurden. Täter verabredeten sich zu Hunderten über Whatsapp und sonstige soziale Medien, um in organisierten Gruppen Frauen zu Opfern sexueller Gewalt zu machen. Im Laufe der Zeit kristallisierte sich heraus, dass diese Straftaten mitterweile ein Teil unserer Kultur geworden sind. Auch Flensburg blieb – wenn auch in kleinerem Ausmaß – nicht von solchen Vorkommnissen verschont.

Speziell die „südländisch aussehende Person“ tauchte vermehrt in den Meldungen der Polizei auf. Dies hinterließ bei der Flensburger Bevölkerung den Eindruck eines subjektiven Anstieges der Straftaten, wobei die Kriminalstatistik keine auffälligen Änderungen vermeldet. Dennoch lässt sich auch aus den Reaktionen auf unsere Berichte eine gewisse Angst und ein Grundtenor gegen die Willkommenskultur herauslesen.

Die CDU reagiert mit einer Initiative zur Verstärkung der Sicherheitsmaßnahmen – mehr Polizeipräsenz, härtere Gesetze und das aus den Medien bekannte Burkaverbot. Auf Facebook werden Bilder einer Frau in Frankreich gezeigt, die den Schleier unter strenger Überwachung von Polizeikräften ablegen muss. Dort ist die Angst vor dem Hintergrund der Anschläge von Nizza und Paris besonders hoch.

Noch ist Deutschland vor größeren Anschlägen verschont geblieben. Jedoch zeigt sich auch hierzulande eine zunehmende Angst, wie der kürzlich bekannt gewordene Vorfall in Hamburg zeigt, als eine Gruppe von Türstehern 2 jungen Frauen zur Hilfe kam und dem ausländischen Angreifer Prellungen zufügten.

Mit unserer Umfage möchten wir die Stimmung in Flensburg beleuchten. Wie hat sich die Willkommenskultur auf unser Leben ausgewirkt? Hat sie das überhaupt?

Ein Jahr buntes Flensburg - was ist geblieben? Willkommenskultur oder Burkaverbot? (3 Antworten sind möglich)

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