Dieser Frage haben wir uns in den letzten Monaten gestellt, haben die Haushaltsplanung ausgewertet und haben an den Finanzausschusssitzungen teilgenommen. Fragen die sich uns gestellt haben, haben wir direkt an die Verwaltung gerichtet und die dementsprechenden Antworten schriftlich bekommen.

Die Antwort ist ganz einfach zu finden – wenn man denn lesen will. Wie bereits in einer Pressemitteilung aufgearbeitet (http://fwf-online.de/assets/presse/Presse_fwf_01_02_17.pdf) ist die Verschuldung der Stadt dem Haushaltsband 1 S.1-129 2017/2018 auf S.25 zu entnehmen. Mit Stand 31.12.2016 belief sich diese auf 420,7 Mio. EUR zzgl. des Standes der Kassenkredite. Dieser liegt aktuell bei ca. 80 Mio. EUR. Somit ist jeder Bürger Flensburgs mit über 5.000 EUR verschuldet. Interessant in diesem Zusammenhang ist die Zinsentwicklung zu betrachten. Dazu wurde von Seiten der Verwaltung in der Sitzung des Finanzausschusses Stellung genommen.

Neben der Ansichten der Stadt zu dem Thema, war insbesondere auffällig, dass hier nur mit einem Schuldenstand von 211,8 Mio. EUR zzgl. Kassenkredite geplant worden ist. Hatte die Stadt plötzlich 210 Mio. EUR sondergetilgt? Also erfolgte wieder eine Nachfrage bei der Stadt, Bereich Finanzen, Herrn Ulrichsen. Die Antwort kam kurzfristig:

„Bei den im Schreiben vom 18.08.2017 genannten Betrag handelt es sich um den Gesamtschuldenbestand (ohne Kassenkredit) im Konzern Stadt Flensburg zum Stichtag 31.12.2017, wie er sich zum Zeitpunkt der Aufstellung des Haushaltes 2017/2018 planerisch dargestellt hat.

Bei dem Betrag von 211,8 Mio. € handelt es sich lediglich um die Schuldenstände des Kernhaushaltes sowie der Sondervermögen Infrastruktur und Kommunale Immobilen wie sie sich voraussichtlich zum 31.12.2017 entwickeln. Dabei wurden – wie vorgetragen – rd. 24 Mio. € im SV Infrastruktur nicht berücksichtigt, die dem zum TBZ verlagerten Entwässerungsvermögen zuzuordnen sind.“

Somit bleibt festzuhalten, zum hinters Licht führen gehören immer zwei. Ob die differenzierte Betrachtung der Verwaltung nun absichtlich geschieht oder nicht, ist nicht nachvollziehbar. Die Antwort auf die Frage jedoch, ob sich die aktuellen Kommunalpolitiker aber nicht darum kümmern, bleibt jedem selbst überlassen. Was aber festzustellen ist, ist das keiner bei der Verwaltung die präsentierten Zahlen in den Sitzungen hinterfragt. Jedenfalls nicht im öffentlichen Teil.

Die Mitglieder der f.wf
frank Collatz

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6 Kommentare auf "f.wf: Wie viele Schulden hat die Stadt Flensburg wirklich?"

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Torsten Davidsen
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Nun ja, ca 5000€ pro Einwohner, wenn man dagegen sieht das jeder Bundesbürger mit ungefähr 30000€ verschuldet ist kommt Flensburg doch noch gut bei weg. Habe mir mal versucht vorzustellen, wenn jeder Bürger diese Schulden (der Stadt) direkt zahlen b zw. übernehmen würde, also die Stadt quasi innerhalb kürzester Zeit Schuldenfrei wäre.Wie lange würde es wohl dauern bis wir auf dem derzeitigen Stand wieder landen würden und wofür wäre das Geld wohl (ernsthaft) ausgegeben worden.

Rolf G. Nagel
Gast
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Wenn die „Antwort “ der “ Verwaltung “ so ausfällt wie hier zitiert wird , muss man doch feststellen:

Wer so viele Worte und undurchsichtige Sätze benötigt , um einen einfachen , TATSÄCHLICHEN Schuldenstand als eindeutige Zahl anzugeben,
DER LÜGT !

Rolf G. Nagel
Gast
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Was ist mit den 100 Prozentigen Stadttöchtern ??

Ruediger Andersen
Gast
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und keiner will sparen, stattdessen will man mit Geld das nicht da einen Bahndamm in einen Fahradweg umbauen und bei einer teuer sanierten Toosbüystrasse wurde der Radweg nicht eingeplant und so läuft es anscheinend auf allen Ebenen !

Günter Blankenagel
Gast
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Dann erleuchten Sie uns doch bitte mit Ihrer Weisheit, Herr Jezewski! Wie hoch ist denn Ihrer Ansicht nach die Verschuldung der Stadt Flensburg und welche Auswirkungen wird dies auf die Handlungsfähigkeit der Stadt in den kommenden 10 Jahren haben? Ich bin gespannt auf eine sachlich fundierte Antwort.

Christian Dewanger
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Allein die Formulierung zeigt schon auf, dass ein sachlicher Diskurs nicht gewünscht ist. Also halt ich mich hier raus.

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