Anders kann es wohl kaum noch nennen. Nachdem das Westufer nun ein einziges Hotel werden soll, wird das Ostufer immer mehr zu einer schaurigen Schmierenkomödie.

Luftschlossfabrik-BildVorweg – dieser Verfassers dieses Kommentars erhebt keinen Anspruch darauf, die vermeintlich „ganze“ Wahrheit zu kennen. Dieser Beitrag basiert lediglich auf den Berichten der Presse und der darin enthaltenen Zitate. Sollten Politiker auf Basis der bisher erfolgreich vertuschten/verschwiegenen Hintergründe Einwände erheben, mögen sie dies anhand von Fakten tun. Ansonsten… ach nein, Dieter Nuhr kann nicht für alles herhalten.

Gestern berichtete die SHZ von dem Geschäftsmann Paul Richard Hübsch, welcher am Harniskai ein seit Jahren etabliertes Familienunternehmen betreibt. Silos und Lagerhallen sind auf einem Gelände erbaut, welches von der Stadt gepachtet wurde. Der Pachtvertrag läuft demnächst aus. Natürlich hat die Stadt Flensburg ein Interesse daran, die Wirtschaft und die erfolgreichen Geschäftsleute dieser Stadt zu stützen.

Deswegen hat man sich kurzerhand entschlossen,  Hübsch die Grundlage für einen Betrieb zu entziehen, und in das weit erfolgreichere Unternehmen Highship / Tycoon zu investieren. Das Ergebnis ist hinreichend bekannt – die Stadt hat sich weitesgehend lächerlich gemacht. Weitere involvierte Personen haben wohl mittlerweile genug Zeit gehabt, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen.

Zurück blieben die, die sich in jahrelanger Arbeit eine Existenz aufgebaut haben. Aus der sprichwörtlichen Geiselhaft kann sich die Stadt nur mit einem Prozess befreien – Ausgang ungewiss.

Doch nun bringt die SHZ in ihrem Artikel einige Sätze, welche dem Fass sprichwörtlich den Boden ausschlagen. Anstatt den ehrlichen Bürgern zu helfen, verliert man sich in Ausreden und Ausflüchten. So zeigt sich OB Faber einsichtig, dass die Geschichte nicht optimal verlaufen ist. Als Lösung sieht er aber lediglich einen Verweis an die WIREG, die den betroffenen Betrieben neue Flächen vermieten soll. Diese Reaktion als Armutszeugnis zu betiteln ist eher noch schöngeredet. Vielleicht würde hier eine öffentliche Positionierung einen besseren Eindruck machen?

Den Gipfel bringt die SHZ allerdings in ihrem letzten Absatz. Verwaltungssprecher Clemens Teschendorf sieht hier einen Ausweg aus der Misere. Herr Hübsch könne ja den Pachtvertrag mit Frau Geisel verlängern – ebenjener Frau, die Flensburg und seine Oberen bis auf die Knochen blamiert hat. Hilflos, unbeholfen und verachtend. Das sind die Maxime, mit welchen Flensburg seine Bürger in diesem Fall behandelt.

Es wird endlich Zeit für Aufklärung – und für Aufarbeitung. Aufarbeitung mit den nötigen Konsequenzen. Der kleiner Bürger wird für jedes Fehlverhalten zur Rechenschaft gezogen. Dies sollte für alle gelten – unabhängig von Kontakten, Netzwerken und Kontoständen. Wir hoffen, dass Hübsch und Nachbarn die richtige Antwort auf diesen Affront finden.

Und sonst? Das Projekt Klarschiff (wir erinnern uns, es gefällt nichtmal dem Investor) sieht so garnicht nach Leben aus. Es macht den Anschein, als wäre die Schlange potentieller Mieter doch überschaubar. Aufgepasst! Nicht, dass eines Morgens auch diese Immobilie besetzt ist.

Liebe Investoren und Politiker – ist das der Weg, den Flensburg wirklich gehen möchte?

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  • Schön das auch andere merken das Otto-Normalverbraucher total verarscht wird, und das nicht nur seid kurzem

  • Timo Baehr

    Die Stadt Flensburg und deren Investoren haben ja ach so viele tolle Projekte!!! „Fail“ Benötigen wir in der kleinen Stadt noch ein Luxushotel – wohnungen mehr oder nicht?! Die gehen ja eh alle früher oder später Pleite!!!
    Beispiel Praktiker / Max Bahr: Hat groß ausgebaut in etlichen Städten und nun sind sie Insolvenz!
    Citti Markt und Karstadt wird es nicht anders gehen in den nächsten Jahren!!!
    Alles Gut und schön! Aber was bringt es uns Alteingesessene und geborene Flensburger, die immernoch hier Leben oder nach Jahren / Jahrzehnten wieder kommen, sei es zum Besuch oder um ansässig in der Heimatstadt zu werden, wo man damals aufgewachsen ist!?!!

    Die Straßen- und Ampelverhältnisse wurden auch in den letzten Jahren nicht viel besser geregelt! Ich erwähne hiermit nur Zob-Kreuzung/Hafenspitze als Beispiel.

    Des Weiteren wird nur hier und da geflickt, wo Löcher sind bei Bürgersteigen oder Straßen (wofür die Stadt Flensburg zuständig ist und wir es von unseren Steuern zahlen müssen) und der nächste Winter macht es wieder kaputt!!! Woran liegt es nur?!!! Es liegt daran, dass nur Billig Material verwendet wird!!!

    Ich könnte echt kotzen!!!

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