In letzter Zeit tauchen wieder vermehrt Immobilienangebote in Form des Mietkaufes auf. Der Mietkauf ist ein Modell, welches in den 70er Jahren bereits eine Boomphase hatte.

Der große Vorteil für den Käufer liegt scheinbar auf der Hand: Der Erwerb ist ohne Eigenkapital möglich. Dennoch finden sich im Netz viele Warnungen und Mahnungen, in denen vom Modell des Mietkaufes abgeraten wird. Erschwert wird die Suche nach seriösen Angeboten dadurch, dass der Begriff des Mietkaufes viele verschiedene Varianten bieten kann.

© S. Hofschlaeger  / pixelio.de
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Unterscheiden muss man zwischen dem Mietkauf und dem Optionskauf. Beim Mietkauf verpflichtet man sich, eine Immobilie über einen bestimmten Zeitraum zu erwerben. Der Preis wird dem Käufer gestundet, er zahlt anfänglich eine Miete, welche nichts anderes als Zins und Tilgung darstellt. Nach Ablauf eines Zeitraumes verplichtet sich der Käufer, dass Objekt durch Zahlung des restlichen Kaufpreises zu erwerben. Der Optionskauf verpflichtet den Käufer nicht, die Immobilie auch tatsächlich zu erwerben.

Dem Käufer bietet sich im Falle des Mietkaufes eine Unabhängigkeit von der Zinsentwicklung. Allerdings hat gerade im Bereich der Immobilienfinanzierung niemand etwas zu verschenken, sodass dieses Risiko von vornerein durch eine erhöhte Monatsrate durch den Käufer getragen wird. Die Frage sollte immer lauten, wieso der Verkäufer einer Immobilie auch „Bank spielen“ möchte. Der Grund dafür könnte sein, dass dem „Mieter“ überteuerte oder schwer verkäufliche Immobilien untergejubelt werden sollen.

Man sollte auf jeden Fall vorsichtig sein. Auch gibt es Angebote zum Erwerb einer nagelneuen Immobilie ohne Eigenkapital – sofern man denn finanziell in der Lage ist, die Anschaffung eines Grundstücks sowie die Fertigstellung des Hauses und der Außenanlagen zu stemmen. Da verliert der Vorteil des nicht benötigen Eigenkapitals doch schnell an Reiz.

Grundsätzlich muss man sich überlegen, welche Fallstricke es geben kann. Was passiert bei einer Pleite – sowohl auf Anbieter- als auch Käuferseite? Wer kommt für Reparaturen auf? Was passiert, wenn man doch wieder ausziehen möchte? Was passiert im ungünstigen Falle, dass man die monatliche Miete nicht mehr zahlen kann?

Sollte man einen Mietkauf in Erwägung ziehen, sollte man auf jeden Fall eine rechtliche Beratung durch einen Anwalt und / oder den Verbraucherschutz in die Entscheidung mit einbringen.

Sinn macht das Mietkaufmodell unter Verwandten. Hier kann man sich weitestgehend sicher sein, dass alles seinen rechten Weg läuft.

Und zuletzt lohnt sich ein Gedanke – in Zeiten der historisch niedrigen Zinsen lohnt sich unter Umständen der Gang zur Bank. Ein günstiges traditionelles Annuitätendarlehen kann oftmals der sichere Weg ins Eigenheim sein.

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3 Kommentare auf "Vorsicht ist geboten! Per Mietkauf ins günstige Eigenheim?"

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Kristin Nicolaisen
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Sehr interessant smile danke

Sebastiaan R. Jeworowski
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Ob die gute alte „Leibrente“ vom Aussterben bedroht ist?
Da gabs u.a. den Haken das der oder die VerkäuferIN weit über 100 werden kann und man somit recht schön viel draufzahlt. razz

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[…] wir uns bereits mit der Wohnungssuche, dem Mietkauf und den Mietpreisen in Flensburg intensiver beschäftigt haben, widmen wir uns heute dem Thema […]

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